Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die reichsten Fußballmannschaften

Die Corona-Pandemie hat eine tiefschürfende Kerbe in Menschenleben rund um den Globus hinterlassen. Die Mehrheit der Industrien ist betroffen, vor allem das Gastgewerbe und die Unterhaltungsbranche.

Fußball als Sport ist Teil des Unterhaltungssektors. Lukrativ und geliebt von einem globalen Millionenpublikum, hat die „schönste Nebensache der Welt“ einen gehörigen, wirtschaftlichen Schlag einstecken müssen. Speziell Klubs am unteren Ende der Fußball Pyramide wurden schwer getroffen, da Einnahmen aus Spielen ausblieben.

Jedoch traf es auch diejenigen ganz oben. Der FC Barcelona und Liverpool verkündeten, dass sie – trotz ihres hohen Stellenwertes – auf Sparflamme laufen in dieser prekären Zeit. Wie hat sich nun Covid-19 in den Zahlen der Spitzen-Teams niedergeschlagen?

Die fünf reichsten Fußball-Klubs der Welt

Die fünf reichsten Clubs Europas

Die Deloitte Football Money League listet jährlich die zwanzig Top-Verdiener-Klubs. Die fünf besten der Saison 2019/20 (mit Stand Jänner 2021) sind die folgenden:

Die finanziellen Auswirkungen auf die Geschäftszahlen der fünf Top-Vereine werden in den Daten Sets nach verschiedenen Bereichen unterteilt. Diese decken ab: Werbung/Sponsoring, Rundfunkübertragungen, Ticketverkäufe und Transfererlöse.

Die hochgerechneten, kombinierten Einnahmender drei Ligen, die die erwähnten, fünf Vereine beheimaten, werden zwischen 11.248.546.675,50 EUR (ca. € 11,2 Mrd.) und 11.348.980.127,96 EUR (ca. € 11,3 Mrd.) für die Saison 2019/20 betragen.

Von diesen Zahlen konnten die fünf Spitzenclubs 4.652.077.518,15 EUR – sprich 41% von generieren.

Wie schafften die Klubs solch astronomische Zahlen zu erwirtschaften, und wie schneiden sie im Vergleich zur pandemie-freien Saison von 2018/19 ab? Mehr dazu unten.

Barcelona

Finanzstatistik für Barcelona

Barcelona vermeldete einen 15%-igen Gewinneinbruch für das Geschäftsjahr 2019/20 und wurde nur von Manchester United (19%) übertroffen. Jede Einkommenssparte war betroffen, jedoch kam Barcelona besser weg als der spanische Rivale Real Madrid, bezogen auf die Matchtags-Einnahmen. Die Katalanen führen die Money League Liste mit läppischen 114,000 EUR mehr an, und das angeblich inmitten hoher Verschuldung. Zudem soll es Aufruhr in der Führungsebene geben. Und diese hat allen Grund dazu.

Barcelona ist einer der weltweit-größten Klubs und das schon seit dem späten 20. Jahrhundert. Die Erfolgsgeschichte reicht weiter bis ins 21. Jahrhundert zu heute. Aber Barcelona ist aktuell in keiner guten Verfassung, egal ob am oder fernab des Rasens.

Deloitte vermerkt, dass das kommerzielle Ergebnis von der Einführung von Barca TV+ im Juni 2020 stark profitierten konnte. Aber auch Merchandising Sales und Stadion-Touren haben Verkaufszahlen angeheizt. Die ausgebliebene Chance das Camp Nou mit 99.000 Zuschauern zu füllen, hatte zur Folge, dass die Katalanen auf gut € 31,9 Mio. im Finanzjahr 2019/20 verzichten mussten.

Real Madrid

Finanzstatistik für Real Madrid

Erstaunlicherweise hat Real Madrid trotz COVID-19 ordentliche Profite verzeichnet. Allerdings hinkt der Verein mit 6% 2018/19 zahlentechnisch hinterher.

Am bemerkenswertesten sind Real Madrids kommerzielle Zahlen im Geschäftsergebnis. Ein Plus von 8% (ca. 28,1 Mio. EUR) wurde durch die Verlängerung der Partnerschaft mit Adidas (bis 2028) angetrieben.

Real hat das größte Following von allen Klubs auf Social Media in der Reihung. Der Klub kann mit 251,5 Millionen Followern – über verschiedene Plattformen verstreut – prahlen. Als Zweiter folgt der FC Barcelona (Erster im Ranking der Gesamteinkünfte). Die digitale Reichweite unterstützt das kommerzielle Ergebnis sehr während der schwierigen Pandemie-Zeit. Trotz Pandemie verkündete Real Madrid Profite von 313.000 EUR für das Finanzjahr 2019/20.

Bayern München

Finanzstatistik für Bayern München

Wie bei Manchester United auch, wird Bayern Münchens Geschäftsergebnis hauptsächlich vom kommerziellen Erfolg gepusht. Bundesliga TV-Gelder sind niedriger in der Premier League. Liverpool schneidet im direkten Vergleich hier besser ab, obwohl beide ihre Liga als Meister beendeten.

Auffällig ist die schlanke Summe bei den Ticketverkäufen. Das Stadion vom FC Liverpool ist kleiner als das des FC Bayern und in etwa gleich groß als das von Manchester United, was die Kapazität anbelangt. Die schlankere Summe lässt sich anhand des Preises für ein Bundesliga-Ticket erklären. Im Schnitt sind Premier League Tickets kostspieliger. Die Preise für ein Ticket für den RB Leipzig (Drittplatzierter der Saison 2019/20) starten bei £ 13/15 EUR5. Manchester United, der als Dritter die Premier-League Saison 19/20 abschloss, verlangt von Erwachsenen £ 31/35 EUR pro Ticket.

Manchester United

Finanzstatistik für Manchester United

Das Markenimage darf nicht unterschätzt werden, wenn man den Handelswert einer Mannschaft betrachtet. Trotz Liverpools äußerst erfolgreichen Jahres konnte Manchester United in kommerzieller Hinsicht bei Ticketverkäufen besser abschneiden. Die Zahlen dazu sind nicht schwierig zu erklären. Das Old Trafford, Manchester Uniteds Stadion, hat 20.000 Sitzplätze mehr zu Verfügung als Liverpools; d.h., dass sogar 15.000 unbesetzte Plätze immer noch mehr Umsatz erzielen würden.

Zudem kann United mehr Social Media Follower verbuchen. Auf verschiedene Plattformen verteilt, kommen 40 extra Millionen. Dieser Aspekt hebt den Faktor des kommerziellen Erfolges hervor. Fernseh- und Radiogelder stehen im Verhältnis zur Tabellenposition, daher Liverpools besseres Abschneiden.

Liverpool

Finanzstatistik für Liverpool

Der Sprung in die Deloitte Money League gelang Liverpool erstmals in der Saison 2001/02. Unterstützt wurde dieser durch ihre Rasenleistung in den Saisonen 2018/19 und 2019/20, in denen vier große Trophäen gewonnen wurden.

Mit dem globalen Interesse stiegen die kommerziellen Zahlen seit 2018/19 signifikant an. Liverpools beträchtliche Gewinne aus Rundfunkübertragungen müssen jedoch in Kontext mit der Premier League gesetzt werden; zum Beispiel verdienten die drei Premier League Absteiger 2018/19 in etwa gleich viel Fernsehgelder wie Atletico Madrid als Zweitplatzierter (ca. 118 Mio. EUR) in Spanien. Wie dem auch sei, die Reds haben 68.650.699,83 Mio. EUR weniger an TV-Gelder eingenommen als in der Saison 2018/19.

Schlussfolgerungen:

Die Covid-19 Pandemie hat das finanzielle Ergebnis der Top-Fußballklubs beeinflusst. Die beiden Premier League Mannschaften FC Liverpool und Manchester United erwirtschafteten mehr als 50% der gesamten Einnahmen aus Fernseh- und Radiogeldern von den Top Five Money League Klubs. Wie dem auch sei, es ist gut zu wissen, dass Premier League TV-Gelder (im Vergleich zu anderen Ligen) mit Abstand höher sind. So können Mannschaften in England im Mittelfeld und Tabellenende so viel verdienen wie die besten Vier einer anderen europäischen Liga. Vergleicht man die Werte von Fernsehen & TV der drei gewählten Ligen (siehe Klubs oben), so ist keine große Kluft erkennbar.

Kommerzielle Gewinne sind die treibende Kraft der Gesamteinkünfte im Jahr 2019/20 für diese Top Money League Vereine. Im Gegensatz zu Einnahmen an Matchtagen, konnten während der Zeit von COVID die kommerziellen Gewinne aufblühen, zwar reduziert aber dennoch. Live-Fußball-Fernsehübertragungen ermöglichen – nach wie vor – finanzielle Gelegenheiten und rosige Aussichten für Mannschaften und alle beteiligten Handelspartner.

In anderen Worten, ein Klub, der vor leeren Zuschauerrängen spielt und weniger Geld verdient, kann trotzdem nebenbei von Partnerschaften mit Adidas oder Nike profitieren, da es Live-Übertragungen gibt. Werbeanzeigen und -schaltungen, Trainingsbekleidung und -ausrüstung und mehr können von Millionen Menschen von zuhause aus über den Bildschirm wahrgenommen werden (eventuell auffälliger über TV als vor Ort im Stadion).

Die größte Überraschung lieferte Barcelona. Die katalanischen Giganten sind in einer prekären finanziellen Lage, haben es jedoch gemeistert am oberen Ende der Money League trotz der Einbußen zu bleiben. Beurteilt man den FC Barcelona jedoch nach den Umständen abseits und am Feld, so könnte die aktuelle Position ins Wanken kommen.